Akute Rückenschmerzen

Akute Rückenschmerzen sind ein häufiges Problem, das viele Menschen im Laufe ihres Lebens erleben. Diese Schmerzen können plötzlich auftreten und variieren in ihrer Intensität von leicht bis stark. Rückenschmerzen sind in der Regel das Ergebnis von Muskelverspannungen, Verletzungen oder Überbeanspruchung, und sie können durch eine Vielzahl von Faktoren ausgelöst werden.

Ruhen und Schonung

Schonung, aber keine Bettruhe

Es wird empfohlen, sich kurze Zeit zu schonen und Aktivitäten zu vermeiden, welche die Schmerzen verschlimmern. Längere Bettruhe sollte jedoch vermieden werden, da sie die Muskelkraft und -flexibilität verringern kann.

Leichte Bewegung, wie Gehen, kann oft hilfreich sein, um die Muskeln in Bewegung zu halten.

Entlastende Position

Finden Sie eine bequeme Position, die die Schmerzen lindert, z.B. auf dem Rücken mit einem Kissen unter den Knien oder auf der Seite mit einem Kissen zwischen den Knien.

Wärmeanwendungen und Übungen

Die meisten Rückenschmerzen im Lendenwirbelbereich, auch zum Teil ausstrahlend in eins der beiden Beine oder beide Beine, gehen auf akute Nervenreizungen zurück. Häufig sind sie einfach durch Kälte oder Zugluft verursacht. In diesem Falle sind Wärmefliese wie zum Beispiel Thermacare sehr hilfreich. Als Wärmeanwendung eignen sich Wärmflaschen sehr schlecht. Auch ein Bad in einer warmen Wanne ist ungeeignet. Geeignet hingegen sind die Wärmefliese. Keine sogenannten Schmerzpflaster, die irgendwelche Substanzen auf die Haut bringen, zum Beispiel mit brennenden und hautrötenden Mitteln. Man sollte auch beachten, dass zum Beispiel Körnerkissen durchaus geeignet sein kann. Genau dasselbe gilt für echtes Fango.

Darüber hinaus kann man entsprechende Übungen machen. Bei YouTube gibt es eine große Anzahl von verschiedenen Filmen, bei denen man nur Rückenschmerzen eingeben muss und dann sich die verschiedenen Übungen ansehen muss.

Am besten man wählt die Übungen aus, von denen man weiß, dass sie allen am meisten helfen beziehungsweise dass sie nicht über die Schmerzgrenze hinausgehen.

Entlastung im Lendenbereich

Um die Zwischenwirbelbereiche im Lendenbereich etwas vorsichtig zu erweitern, hat sich ein sogenanntes Stufenbett sehr bewährt. Das heißt, man liegt flach auf den Rücken, die Oberschenkel sind senkrecht nach oben gelagert und die Unterschenkel in einem rechten Winkel zu den Oberschenkeln. Man kann die Unterschenkel dann auf Matratzen oder auf einem Hocker oder ähnlichen ruhen lassen. Es kommt darauf an, dass sowohl im Becken ein sehr genauer 90-Grad-Winkel und im Kniegelenk ebenfalls ein 90-Grad-Winkel eingehalten wird. Auf diese Weise kommt es ohne Zerrungen zu einer Entlastung des vielleicht etwas gedrückten Lendennervs.

Freiverkäufliche Medikamente

Man kann auch mit Medikamenten die Schmerzen lindern. Hierzu würden sich zum Beispiel eignen Ibuprofen 400, rezeptfrei. Die Standarddosis für einen normgewichtigen Patienten wären 3 x 1,5 Tabletten, also 3 x 600 Milligramm pro Tag. Man sollte kein Ibuprofen einnehmen, wenn man eine Nierenschwäche hat oder aber einen empfindlichen Magen.

Patienten, die sich kaum bewegen können und schwer aus einem Sessel herauskommen, sollten sich bei einem Arzt vorstellen. Hier gibt es die Möglichkeit, entzündungshemmende Infusionen zu geben oder auch stark entzündungshemmende Medikamente zu verordnen.

Sanfte Dehnungen und Bewegungen

Vermeiden Sie plötzliche Bewegungen oder schweres Heben. Machen Sie stattdessen sanfte Dehnübungen, um die Beweglichkeit zu erhalten und Muskelverspannungen zu lösen.

Gehen Sie kurze, leichte Spaziergänge, um die Durchblutung zu fördern und die Muskeln in Bewegung zu halten, ohne sie zu überlasten.

Ergonomische Anpassungen

Verwenden Sie Kissen, um Ihre Sitzposition zu verbessern und den Rücken zu stützen. Ergonomische Stühle, ein passender Bildschirm und die richtige Körperhaltung können helfen, Rückenschmerzen zu vermeiden. Achten Sie darauf, dass Ihr Rücken gut abgestützt ist, insbesondere wenn Sie sitzen oder schlafen.

Achten Sie darauf, gerade zu stehen und zu sitzen, um Fehlhaltungen zu vermeiden, die den Schmerz verschlimmern können.

Regelmäßige Bewegung 

Sehr hilfreich ist auch das Gehen zum Teil weiterer Strecken auf weichem, unebenen Boden wie zum Beispiel Waldboden oder Wiese. Man macht die Erfahrung, dass die ersten Schritte ziemlich schmerzhaft sind, aber nach einigen hundert Metern die Schmerzen deutlich nachlassen. Im Allgemeinen kann man sagen, dass aktives Training der Rückenmuskulatur die größte Besserung bewirkt.

Gewichtsmanagement 

Ein gesundes Körpergewicht kann helfen, den Druck auf die Wirbelsäule zu reduzieren. Eine ausgewogene Ernährung und regelmäßige Bewegung sind entscheident.

Wann sollte man einen Arzt aufsuchen?

Starke Schmerzen

Wenn die Schmerzen sehr stark sind oder sich schnell verschlimmern.

Neurologische Symptome:

Taubheit, Schwäche, Kribbeln oder Lähmungen in den Beinen.

Unkontrollierbare Blasen- oder Darmfunktion:

Dies könnte ein Anzeichen für ein schwerwiegendes Problem sein, wie das Cauda-equina-Syndrom und erfordert sofortige medizinische Hilfe.

Vorgeschichte oder spezifische Risikofaktoren: 

Frühere Krebserkrankungen, Fieber, ungewollter Gewichtsverlust oder Osteoporose.