Myokine – Die Alleskönner

Myokine sind Eiweißbotenstoffe mit Hormonwirkung, die durch Muskelaktivität freigesetzt werden. Sie haben positive Effekte auf die Immunabwehr, die Fettverbrennung, Den Zuckerstoffwechsel, die Gehirnfunktion, Den Knochenstoffwechsel und viele andere positive Wirkungen.

Auswirkungen auf mentale Fähigkeiten und Gedächtnis

Bildung neuer Neuronen, wie die Bildung neuer Nervenzellen (Neuronen) im Gehirn und Bildung neuer Verbindungsstellen (Synapsen) zwischen den unterschiedlichen Neuronen. Für Denkvorgänge und Gedächtnis, werden durch Myokine aber auch Synapsen vergrößert, umgebaut oder abgebaut.

Verbesserung der kognitiven Funktionen

Körperliche Aktivität fördert die Produktion von Myokinen, die die Gehirnfunktion unterstützen. Regelmäßige Bewegung verbessert Aufmerksamkeit, Informationsverarbeitung und Entscheidungsfindung.

Förderung der Bildung neuer Gehirnzellen

Bestimmte Myokine, wie BDNF (Brain-Derived Neurotrophic Factor), helfen bei der Bildung neuer Neuronen, was wichtig für Lernen und Gedächtnis ist.

Stärkung des Gedächtnisses

Myokine wie BDNF verbessern die Anpassungsfähigkeit der Verbindungen im Gehirn, was das Kurz- und Langzeitgedächtnis stärkt.

Schutz vor Alzheimer

Reduktion von Amyloid-Plaques

Körperliche Aktivität und die Freisetzung von Myokinen können helfen, die schädlichen Beta-Amyloid-Plaques zu reduzieren, die mit Alzheimer in Verbindung stehen.

Entzündungshemmung

Myokine haben entzündungshemmende Eigenschaften, die die entzündlichen Prozesse im Gehirn bei Alzheimer verringern können.

Schutz der Gehirnzellen

Myokine unterstützen das Gehirn dabei, widerstandsfähiger gegen Stress und Schäden zu sein, was den Verlust von Nervenzellen bei Alzheimer verlangsamen kann.

Verbesserung der Durchblutung

Regelmäßige Bewegung verbessert die Blutversorgung des Gehirns, was wichtig ist, da Durchblutungsstörungen zur Schädigung des Gehirns bei Alzheimer beitragen können.

Unterstützung des Immunsystems

Myokine wie IL-6 (Interleukin-6) haben entzündungshemmende Eigenschaften, die dazu beitragen können, chronische Entzündungen im Körper zu reduzieren und das Immunsystem zu stärken.

Unter den Leukinen gibt es aber auch eine große Anzahl anderer Interleukine, die Immunabwehr Verbessern und so vor Infektionskrankheiten schützen.

Förderung des Stoffwechsels

Verbesserung der Insulinempfindlichkeit

Myokine wie Irisin können die Empfindlichkeit der Zellen gegenüber Insulin erhöhen, was hilft, den Blutzuckerspiegel zu regulieren und das Risiko für Typ-2-Diabetes zu senken.

Einfluss auf Fettgewebe

Myokine können ebenfalls die Lipolyse fördern – den Abbau von Fettzellen – und haben Einfluss auf die Bildung und Funktion von braunem Fettgewebe, welches eine wichtige Rolle in der Thermogenese und im Energiestoffwechsel spielt.


Unterstützung der Muskelgesundheit

Förderung des Muskelwachstums und -reparatur

Myokine spielen eine wichtige Rolle bei der Regeneration und dem Wachstum von Muskeln nach körperlicher Belastung.

Herz-Kreislauf-Gesundheit

Verbesserung der Durchblutung

Myokine können die Funktion der Blutgefäße verbessern und so die Durchblutung fördern, was das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen senkt.

Reduktion von Blutdruck und Cholesterinspiegel

Durch die Förderung einer gesunden Stoffwechselaktivität können Myokine helfen, den Blutdruck zu senken und den Cholesterinspiegel zu regulieren.


Effekte auf die Epigenetik

Epigenetik ist das Studium der Veränderungen in der Genaktivität, die nicht durch Veränderungen der DNA-Sequenz selbst verursacht werden, sondern durch andere Faktoren, die beeinflussen, wie Gene ein- und ausgeschaltet werden. Es geht darum, wie Umwelteinflüsse, Lebensgewohnheiten und andere äußere Faktoren die Art und Weise verändern können, wie unsere Gene arbeiten, ohne die eigentliche genetische Information zu verändern. Ein einfaches Beispiel ist, wie die Ernährung oder Stress das Verhalten unserer Gene beeinflussen kann.

Modifikation der Genexpression

Durch epigenetische Mechanismen können Myokine die Expression bestimmter Gene fördern oder unterdrücken. Dies kann zum Beispiel Genen betreffen, die mit Stoffwechselwegen, Entzündungsprozessen oder Muskeladaptationen assoziiert sind.




Beeinflussung von DNA-Methylierungsmustern

Regelmäßige Bewegung kann über die Produktion von Myokinen zu Veränderungen in DNA-Methylierungsmustern führen, was wiederum langfristige Auswirkungen auf die Genexpression und Gesundheit haben kann, einschließlich des Schutzes vor bestimmten Krankheiten.

Änderungen in der Chromatinstruktur

Chromatin ist ein Material im Zellkern, das aus DNA und Proteinen besteht. Die Struktur von Chromatin kann beeinflussen, wie leicht Gene in der DNA abgelesen und genutzt werden können.

Myokine sind spezielle Proteine, die von Muskeln freigesetzt werden, besonders nach körperlicher Aktivität. Diese Myokine können in verschiedene Teile des Körpers gelangen und dort auf Zellen einwirken, auch auf die Struktur von Chromatin.

Durch Epigenetik können äußere Einflüsse wie Myokine die Chromatinstruktur verändern, ohne die DNA-Sequenz zu ändern. Diese Veränderungen geschehen oft durch chemische Markierungen, die an die DNA oder die Proteine, die die DNA verpacken, angeheftet werden. Solche Markierungen können das Chromatin lockerer oder dichter machen:

Lockereres Chromatin (Euchromatin)

Wenn das Chromatin lockerer wird, sind die Gene in diesem Bereich zugänglicher und können leichter abgelesen und genutzt werden.

Dichteres Chromatin (Heterochromatin)

Wenn das Chromatin dichter wird, sind die Gene in diesem Bereich weniger zugänglich und werden seltener abgelesen.


Zusammengefasst: Myokine, die bei körperlicher Aktivität freigesetzt werden, können durch epigenetische Mechanismen die Chromatinstruktur verändern und damit beeinflussen, wie Gene ein- und ausgeschaltet werden. Diese Prozesse ermöglichen es dem Körper, auf Umweltfaktoren wie Bewegung zu reagieren und sich anzupassen.